Radovan und Schwarzkopf boxen am 07.10.2017 in Stuttgart

Nachdem am Samstag der Engländer Collum Smith mit einem Punktsieg über den Schweden Erik Skoglund ins Halbfinale der „World Boxing Super Series“ eingezogen ist, warten die Fans schon gespannt auf das nächste Viertelfinale um die „Muhammad Ali Trophy“ im Super-Mittelgewicht, das in Deutschland stattfinden wird. Am 7. Oktober werden sich IBO-Weltmeister Chris Eubank Jr. und Avni Yildirim aus der Türkei in Stuttgart gegenüberstehen.

In der Hanns-Martin-Schleyer-Halle soll aber nicht nur dieser Kampf für Furore sorgen. Mit Denis Radovan (im Super-Mittelgewicht) und dem Halbweltergewichtler Timo Schwarzkopf werden auch zwei deutsche Youngsters im Rahmenprogramm kämpfen, die eines gemeinsam haben – den Coach! Beide werden von Jürgen Brähmer trainiert, der am 27. Oktober übrigens sein WBSS-Viertelfinale gegen den Amerikaner Rob Brant in Schwerin bestreiten wird. „Doch zunächst gilt meine Aufmerksamkeit meinen Jungs“, sagt der 38-Jährige.

Radovan und Schwarzkopf werden auf den Stuttgarter Kampfabend in Schwerin vorbereitet. Radovan (6-0, 2 K.o.`s), der erst am 9. September gegen den Franzosen Yann Binanga Aboghe erfolgreich den Ring verlassen konnte, muss in der Neckarmetropole gegen Tiran Metz aus Essen (14-2-4, 6 K.o.`s) ran. Brähmer: „Ich war sehr zufrieden mit Denis letztem Kampf. Und ich erwarte auch gegen Metz einen klaren Sieg.“ Mit dem Kölner Youngster aus dem Sauerland-Stall hat Brähmer noch viel vor. „Er kann ganz nach oben kommen. Anfang des nächsten Jahres streben wir auch schon den ersten ‚kleinen‘ Titelkampf an.“

Jürgen Brähmer boxt am 27. Oktober gegen Rob Brant in der Schweriner Sport- und Kongresshalle

Schwerin bekommt ein echtes Box-Highlight! Im letzten Viertelfinalkampf um die Muhammad Ali Trophy im Supermittelgewicht trifft Jürgen Brähmer (51 Kämpfe, 48 Siege) in der Schweriner Sport- und Kongresshalle auf den ungeschlagenen US-Amerikaner Rob Brant (22 Kämpfe, 22 Siege). Für Brähmer, der in Schwerin mit seiner Familie seinen Lebensmittelpunkt gefunden hat, eine Ehre und ganz besondere Motivation. Denn der ehemalige Europa- und Weltmeister im Halbschwergewicht lebt nicht nur gerne in der Stadt, sondern arbeitet seit Jahren eng mit dem Olympiastützpunkt in Schwerin zusammen, bereitet sich dort auf seine Kämpfe vor. Sein erklärtes Ziel: Die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern wieder zu dem zu machen, was sie einmal war – eine weltweit beachtete Hochburg des Boxsports. Deswegen belässt es Brähmer nicht nur bei warmen Worten. Der gebürtige Stralsunder investiert in den Standort. Anfang des Jahres erwarb er ein Wasserwerk, was er in den vergangenen Monaten zu einem der modernsten Leistungszentren für Profis umgebaut hat. Die Fertigstellung ist für dieses Jahr anvisiert. Top Bedingungen, damit Deutschland in Zukunft wieder eine größere Rolle im internationalen Boxgeschäft spielt.

 

Jürgen Brähmer ist glücklich. Endlich ist der Kampf bei der World Boxing Super Series terminiert. Es war lange nicht klar, wann und wo der Kampf stattfinden wird, auch die USA war im Gespräch. Aber jetzt ist sicher: Am Freitag, den 27. Oktober kommt es in der ehrwürdigen Schweriner Sport- und Kongresshalle zum Duell gegen den ungeschlagenen Amerikaner Rob Brant. Damit kehrt Brähmer nach über zwei Jahren zurück in sein „Wohnzimmer“ und es schließt sich ein Kreis, der 2002 mit dem ersten Kampf in Schwerin gegen Omar Eduardo Gonzalez seinen Anfang nahm. Beim seinem letzten Auftritt in Schwerin verteidigte Brähmer seinen WBA-Titel gegen Robert Feliciano Bolonti (07.06.2014). Auch seinen ersten WM-Titel feierte der 38-jährige in Schwerin. 2009 besiegte er in einer packenden Box-Schlacht Dmitry Sukhotskiy. Brähmer und Schwerin – also eine ganz besondere Verbindung. In seiner Ecke stand damals wie heute Michael Timm. Jener Michael Timm, der Brähmer als 15-jährigen entdeckte, ihn zum Boxer ausbildete und später bei den Profis zum Weltmeister formte. „Michael Timm ist für mich eine Konstante in meiner sportlichen Laufbahn. Ich schätze ihn und seine Arbeit. Er gehört für mich zu den besten Trainern weltweit“, erklärt Brähmer, der inzwischen auch selbst als Trainer Erfolge mit seinen Schützlingen Tyron Zeuge, Denis Radovan und Araik Marutjan feiern konnte. Erfolge, die für Jürgen Brähmer auch Ergebnis der guten und fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Profis und Amateuren in Schwerin ist. „Die Zusammenarbeit und der Austausch untereinander wird hier schon seit Jahren wirklich gelebt. Ich denke, die Bronzemedaille bei Olympia und auch die Erfolge von Profis wie Tyron Zeuge sprechen für sich. Schwerin bietet optimale Bedingungen für erfolgreichen Boxsport“, erklärt Brähmer. Nun hat der Juniorenweltmeister von 1996, der als Amateur 95 Siege in 100 Kämpfen feiern konnte, die Chance noch einmal in Schwerin zu triumphieren und ins Halbfinale im Supermittelgewicht einzuziehen. Es wäre ein wichtiger Erfolg, auch für den deutschen Boxsport. Nach dem Ausscheiden von Marco Huck ist Jürgen Brähmer der letzte verbliebene Deutsche im Turnier.

 

Brähmer gegen Brant – das Duell Erfahrung gegen Jugend

Der 26-jährige Amerikaner Brant hat bisher 22 Kämpfe in seinem Rekord. Alle konnte er für sich entscheiden, 15 sogar vorzeitig. Der Mann aus Minnesota ist jung und hungrig, kommt mit einem lupenreinen Rekord nach Schwerin. Brant begann das Boxen mit 16 Jahren und wurde 2009 US-amerikanischer Meister bei den Amateuren. Zum Vergleich: 2009 holte Brähmer bereits seinen ersten WM-Titel als Profi in seinem 37. Kampf! Der Schweriner Rechtsausleger verlor zuletzt wegen einer Verletzung seinen WBA-Titel gegen Nathan Cleverly. Das war im Oktober letzten Jahres. Seither stand Brähmer meist außerhalb des Rings in der Ecke seiner Schützlinge, feierte unter anderem mit Tyron Zeuge den Gewinn der Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht. „Mir macht es unglaublich viel Freude, junge Sportler wie Tyron, Denis oder Araik zu betreuen und zu entwickeln. Aber ich weiß, dass ich noch ein paar gute Kämpfe in mir habe. Ich bin seit Wochen in der Vorbereitung und bereite mich auf den ersten Kampf bei der WBSS vor. Ich hätte auch in den Staaten geboxt, freue mich jetzt aber, dass wir den Kampfabend nach Schwerin und Deutschland holen konnten“, so Brähmer. Während Halbschwergewichtler Brähmer eine Gewichtsklasse nach unten muss, kommt Brant aus dem Mittel- ins Supermittelgewicht. Ein Vorteil für den Amerikaner? Brähmer: „Ich denke nicht, weil ich die meisten meiner Kämpfe im Supermittel bestritten habe. Ich kehre quasi zu meinen Wurzeln zurück.“ Vielleicht wird der zweifache Familienvater seine Sparringsphase schon im neuen Gym absolvieren. In jedem Fall wird es für Schwerin und die deutschen Boxfans ein großer Boxabend.  

Ali Trophy Auslosung: Brähmer vs. Brant

Die Viertelfinal-Kämpfe der World Boxing Super Series stehen fest. Am Samstagabend fand im sagenumwobenen Grimaldi Forum die Auslosung für die Muhammad Ali Trophy statt. Im Supermittelgewicht-Turnier bekommt es Jürgen Brähmer im mit dem ungeschlagenen Amerikaner Rob Brant zu tun. Bei der spektakulären Live-Show wurden als erstes die Super-Mittelgewichtler auf die Bühne gerufen. WBA Super-Champion George Groves wählte Jamie Cox. Danach suchte sich Callum Smith Erik Skoglund als Gegner aus. In diesem Kampf wird es um die WBC Diamond Championship gehen. Abraham/Eubank wurden an Nummer drei gesetzt. Stellvertretend übernahm Chris Eubank Senior die Wahl und schnappte sich Avni Yildirim. Somit blieb für den an Nummer vier gesetzten Jürgen Brähmer nur noch ein Gegner über: Rob Brant. “Da ich nicht mehr wählen konnte, habe ich den stärksten Gegner bekommen“, so Brähmer. „Die anderen wollten ihn offensichtlich nicht. Ich freue mich, dass es jetzt losgeht und bin gespannt, wo und wann das Duell stattfindet.” Brant zollte Brähmer Respekt: „In diesem Turnier gibt es keine einfachen Gegner. Egal, wer als erstes oder letztes wählt, das sind alles Champions. Ich werde mein Bestes geben.“