LIFE

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Die Anfänge im Boxen

In der nordischen Hansestadt Stralsund am 05. Oktober 1978 geboren und mit insgesamt fünf Geschwistern aufgewachsen, entwickelte Jürgen Brähmer im jugendlichen Alter von 13 Jahren seine Leidenschaft für den Boxsport. Nach nicht allzu langer Zeit und bereits 1994 fand sein außergewöhnliches Talent die erste große bedeutende Anerkennung durch den damaligen Landestrainer von Mecklenburg-Vorpommern Michael Timm, der den jungen Jürgen Brähmer bis heute unter seine Fittiche nahm und in das Sportinternat des Schweriner SC holte.

Die Amateurzeit

Bereits innerhalb seiner Laufbahn als Amateur,  präsentierte Jürgen Brähmer sein Können und seine Fähigkeiten als Boxer, indem er in 95 von 100 Kämpfen den Sieg errang, darunter auch mehrere Erfolge, die ihm zu seinen kometenhaften Aufstieg in seiner jetzigen Karriere verhalfen, wie z. B. 1996 gegen Ricky Hatton, die Siege über Felix Sturm 1997 und Carl Froch 1998 im Finale der deutschen Meisterschaft.
Auf diesem Wege gelang es dem aufstrebenden Boxtalent für den Schweriner SC in der Bundesliga geradezu ungeschlagen zu bleiben. Weiterhin erlangte Jürgen Brähmer in seiner Zeit als Amateur noch weitere Titel, wie Deutscher Jugend-Meister, Deutscher Junioren-Meister, 1997 Deutscher Senioren-Meister und sogar 1996 in der kubanischen Hauptstadt Havanna den bekannten Titel als Junioren-Weltmeister.

Der Beginn der Profikarriere

1999 nahm Universum-Box-Promotion den überaus strebsamen Amateurboxer unter Vertrag, sodass Jürgen Brähmer seine Profikarriere mit einem Sieg über den Algerier Ramdane Kaouane am 11. Dezember 1999 in Hamburg schlagkräftig und ebenso erfolgreich in Gang setzte. 22 erfolgreiche Kämpfe folgten und wurden mit Brähmers 24. Profikampf am 12. Oktober 2002 gegen Omar Eduardo Gonzalez in Schwerin mit dem Box-Titel als Internationaler Meister des WBC belohnt. Allerdings wurde seine Karriere während dieser Zeit durch eine dreijährige Haftstrafe unterbrochen.

Das gelungene Comeback

Mit einem Sieg durch technischen K. O. am 12. Oktober 2005 gegen den Armenier Roman Aramian in Düsseldorf gelang es Jürgen Brähmer übergangslos an seine bisherige Siegesreihe anzuknüpfen und die öffentlichen Erwartungen sowohl der Fans als seinen Kritikern  als “Jahrhundert-Talent” zu bestätigen. Nur kurze Zeit später eroberte er im Kampf gegen den Südafrikaner Andre Thysse im Februar 2006 mit seinem 27. Profikampf und Sieg zum zweiten Mal den Titel als Internationaler Meister des Verbandes des WBC.

Der holprige Weg zur WM-Chance

Seine erste Niederlage als Profiboxer musste Jürgen Brähmer am 27. Mai 2006 in München von seinem Box-Stallkollegen Mario Veit entgegennehmen. Jedoch hinderte ihn das nicht daran sich in seinem 30. Profikampf am 19.Mai 07 im Duell mit dem Argentinier Hector Javier Velazco den Titel als Interkontinentaler Meister des WBO-Verbandes im Super Mittelgewicht an sich zu nehmen. Auch seine Revanche gegen Mario Veit ließ nicht lange auf sich warten und so eröffnete sich Jürgen Brähmer mit einem K.o.-Sieg am 15. September 2007 in Rostock die lang ersehnte WM-Chance.

Vom Europameister zur Weltmeisterschaft

Am 22. November 2008 war es dann endlich soweit. Nach einem Wechsel in eine höhere Gewichtsklasse und einem Sieg über den Franzosen Karim Bennama gelang es Brähmer nun im spannenden Kampf mit dem Argentinier Hugo Hernan Garay in Rostock zu seinem ersten Schritt nach dem Weltmeistertitel, der ihm dieses mal jedoch noch verwehrt blieb. Aber auch dies hielt ihn nicht davon ab, sich dem Duell mit dem Franzosen Rachid Kanfouah am 7. März 2009 zu stellen und den Titel European Champion Light Heavyweight verdient an sich zu nehmen und später gegen Antonio Brancalion siegreich zu verteidigen. Kurze Zeit später, am 22.08. 2009 in Budapest, gelang es ihm erneut – der Zutritt zur zweiten WM-Chance. Im Kampf gegen seinen Stallgefährten Aleksy Kuziemski, aus dem Nachbarland Polen, holte er sich mit einem spektakulären Sieg durch technischen K. o. den Titel des WBO Interims Weltmeisters und verschaffte sich somit die Möglichkeit gegen den langjährigen WBO-Weltmeister Zsolt Erdei anzutreten.

Wechsel von UNIVERSUM zu Sauerland Event

Im Sommer wechselte Brähmer vom Hamburger Boxstall UNIVERSUM Box-Promotion zum Berliner Sauerlandstall. Sein Trainer wurde Karsten Röwer, der ihn schon als Amateur betreut hatte. Seine Premiere feierte er mit einem einstimmigen Punktsieg gegen Eduard Gutknecht am 2. Februar 2013, der ihn auch zum Europameister im Halbschwergewicht machte. Am  27. April 2013 verteidigte er seinen Titel mit einem K.o.-Sieg in der zweiten Runde gegen den Franzosen Tony Averlant. Seine WM-Chance nutzte der Mecklenburger am 15. Dezember 2013 gegen Marcus Oliviera. Mit einem einstimmigen Punktsieg nach zwölf Runden sicherte sich Brähmer den WM-Titel der WBA. Seine erste Titelverteidigung gegen den Waliser Enzo Maccarinelli löste Brähmer souverän durch TKO in der 6. Runde.

Brähmer als Trainer

Seit 2016 trainiert Jürgen Brähmer den Berliner Tyron Zeuge, den er bereits zu Weltmeisterehren führen konnte. In seiner Trainingsgruppe sind zudem die deutschen Nachwuchshoffnungen Denis Radovan und Araik Marutjan.